Christoph Kolumbus

Christoph Kolumbus

Christoph Kolumbus entdeckte Amerika. Allerdings glaubte der große Entdecker bis zu seinem Tod den Seeweg nach Indien bzw. China gefunden zu haben. Nach vier Reisen und ohne das erhoffte Gold oder Gewürze zu finden, stirbt er unbeachtet in Valladolid.

Chrisotph Kolumbus wurde um 1451 in Genua (was auch umstritten ist) geboren. Der berühmte Seefahrer starb am 20. Mai 1506 in Valladolid (Spanien). Berühmt wurde Christoph Kolumbus (Spanien: Cristóbal Colón, Italien: Cristoforo Colombo) für die Entdeckung Amerikas. Allerdings glaubte der berühmte Seefahrer in spanischen Diensten bis zu seinem Tode den Seeweg nach Indien über die Westroute gefunden zu haben. Ziel seiner vier Entdeckungsfahrten war auch immer das Erreichen einer Hafenstadt in China gewesen.


Am Ende des 15. Jahrhunderts waren Gewürze aus Asien sehr beliebt und begehrt. Diese kamen über die Landroute nach Europa und waren dementsprechend teuer. Portugal machte sich dann auf, den Seeweg nach Indien, China und all den Gewürzinseln rund um Afrika zu entdecken und war dabei auch erfolgreich. Christoph Kolumbus hingegen glaubte an den Seeweg gen Westen und versuchte zunächst in Portugal Unterstützung für seine Pläne zu finden. Ohne Erfolg.


Und so wandte sich Christoph Kolumbus nach Spanien. Nach dem mit Granada Anfang des Jahres 1492 die letzte maurische Festung auf der iberischen Halbinsel gefallen und die Reconquista, die christliche Rückeroberung, abgeschlossen war, bekam der Seefahrer auch endlich die zugesagte Unterstützung durch das Königspaar König Ferdinand von Aragon und Königin Isabella von Kastilien.


Die vier Reisen von Christoph Kolumbus

Erste Reise Christoph Kolumbus

3. August 1492 bis 15. März 1493

Am 3. August 1492 sticht Christoph Kolumbus in Palos de la Frontera bei Huelva im Süden von Spanien See. Seine erste Reise sollte bis zum 15. März 1493 dauern. Am 12. Oktober 1492 erreichte man die Karibischen Inseln, Kolumbus wähnt sich, seinem Bordbuch zu Folge nahe von China und Japan. Auf der Kanareninsel Gomera hatte er zuletzt Proviant aufgenommen, Proviant für 28 Tage, da er hoffte China in 21 Tagen zu erreichen.

Die erste Insel in der Neuen Welt, die Kolumbus erreichte, war eine Insel der Bahamas, von den Einheimischen Guanahani genannt. Christoph Kolumbus gibt ihr den Namen San Salvador. Auf der Weiterfahrt werden Kuba und Hispaniola, die größten Inseln der Antillen entdeckt. Auf Hispaniola wird aus Überresten der Santa Maria, die auf eine Untiefe aufgelaufen war, die erste spanische Festung in der Neuen Welt errichtet, La Navidad. Die erste Kolonie wurde La Isla Española, Hispaniola. Es kommt zu ersten Kontakten mit den Einheimischen, die friedlich verlaufen. Am 16. Januar 1493 geht es auf die Rückreise nach Europa. Stürme trennen die Pinta und die Niña, aber beide Schiffe erreichen am 15. März 1493 Palos in Spanien. Obwohl Christoph Kolumbus weder Gewürze noch Gold mitbringt, folgt ein Triumphzug durch Spanien. Papst Alexander VI. Bestätigt das Anrecht Spaniens auf entdeckte und zu entdeckende Gebiete und Christoph Kolumbus beginnt umgehend mit seiner Vorbereitung für die zweite Reise, diesmal hofft er das Goldland zu finden.

Er fertigt einen Bericht für das spanische Herrscherpaar Isabella und Ferdinand an, und erklärt in diesem er habe Asien und eine Insel an der Küste von China entdeckt. Er verspricht Geld und Sklaven. Auf diese legen Isabella und Ferdinand wohl weniger Wert, sie beauftragen Christoph Kolumbus mit den Einheimischen freundlich umzugehen und sehen zukünftige Christen in diesen.


Zweite Reise

25. September 1493 bis 11. Juni 1496

Die zweite Reise von Christoph Kolumbus wurde noch im gleichen Jahr seiner Rückkehr nach Spanien begonnen. Am 25. September 1493 stach man im See, die Rückkehr erfolgte am 11. Juni 1496. Statt drei Schiffe wie auf der ersten Entdeckungsfahrt sind es nun 17 Schiffe. Insgesamt 1500 Menschen begleiten die zweite reise. Von Cádiz sticht die Flotte in See, über die Kanaren geht es wieder in die Karibik, hier entdeckt Kolumbus zahlreiche Inseln der Kleinen Antillen und nimmt sie für das spanische Königspaar in Besitz. Im November erreicht er schließlich La Navidad auf Hispaniola. Das Fort war zerstört, alle Spanier getötet. Kolumbus gründet an einer anderen Stelle die Kolonie la Isabela. Die Flotte bleibt bis April 1494 dort, Christoph Kolumbus erkundet das Hinterland auf der Suche nach Gold. Dann geht es weiter nach Westen, der Seefahrer sucht weiter nach dem chinesischen Festland. Dabei erkundet er die Insel Kuba, entdeckt Jamaika und Puerto Rico. In La Isabella auf Hispaniola kommt es derweil wieder zu Streit und Kämpfen. Kolumbus richtet nach seiner Rückkehr dorthin einen Feldzug aus und versklavt 1600 der Ureinwohner. 550 dieser Sklaven nimmt er dann später mit nach Spanien, beinahe die Hälfte der Indianer sterben bei der Überfahrt. In Spanien werden die Überlebenden auf Betreiben Isabellas freigelassen und in ihre Heimat zurückgebracht. Gold bringt Kolumbus nicht mit. Wirtschaftlich erfolgreich war die zweite Reise nicht, es dauert fast zwei Jahre, bis Christoph Kolumbus zu seiner dritten Reise aufbrechen kann.


Dritte Reise

Reisedauer: 30. Mai 1498 bis 25. November 1500

Am 30. Mai 1498 sticht Christoph Kolumbus erneut in See. Er entdeckt Trinidad und Tobago. Diesmal erreicht er auch das amerikanische Festland, seine Expedition erkundet die Mündung des Orinoco in Südamerika. Zunächst glaubt Kolumbus eine Neue Welt entdeckt zu haben, später ordnet er dieses Gebiet auch wieder Asien zu. Er kehrt auch nach Hispaniola zurück, hier hatte sein Bruder Bartolomeo als Kommandant inzwischen die Stadt Santo Domingo gegründet. Aber auch diesmal zeigten sich die Siedler unzufrieden, es war zu einer Rebellion gekommen. Siedler, die nach Spanien zurückkehrten, berichteten dort er habe die Verwaltung der Kolonie nicht im Griff. In Abwesenheit wird Kolumbus als Gouverneur abgesetzt. Der neue Gouverneur, Francisco de Bobadilla erreicht im August 1500 die neuen Kolonien und legt Christoph Kolumbus und seinen Bruder Bartolomeo in Ketten und bringt die beiden nach Spanien zurück. Dort wird Kolumbus zwar begnadigt, seine Ämter erhält er nicht wieder, sein guter Ruf ist zerstört. Kurz zuvor hatte Vasco da Gama für Portugal (1499) den Seeweg um Afrika herum nach Indien entdeckt. Portugal hatte den Wettstreit zu den Gewürzinseln gewonnen.


Vierte und letzte Reise von Christoph Kolumbus

Reisedauer: 9. Mai 1502 bis 7. November 1504

Christoph Kolumbus erhält noch einmal eine Flotte von Königin Isabella und König Ferdinand. Am 9. Mai 1502 sticht diese in See. Mit dabei ist auch sein Sohn Fernando. Seine Flotte besteht aus vier Schiffen, er nennt die Reise El Alto Viaje, die Hohe Reise. Auf seiner vierten Reise wird Christoph Kolumbus erstmals den amerikanischen Kontinent betreten und zwar am 14. August 1502 bei Kap Honduras. Er wollte beweisen, dass es dort eine Passage nach China gäbe. Rund ein Jahr muss Kolumbus dann aufgrund von lecken Schiffen, Kämpfen mit den Indigenas und einer Meuterei in der Festung Jamaika verbringen. Er wird krank und kehrt nach Spanien zurück.


Christoph Kolumbus zurück in Spanien

Seinen Nimbus hatte er in Spanien verloren. Das er auf seinen vier Reisen neun Schiffe verloren hatte, das versprochene Gold und auch keine Gewürze gefunden wurden, sorgte dafür, dass er seinen Mythos als Held und Eroberer verloren hatte. Seine letzten Jahre verbrachte Christoph Kolumbus zurückgezogen und von der Öffentlichkeit unbeachtet. Es gelang ihm auch nicht seine zugesicherten Privilegien zurückzuerhalten, auch seine finanziellen Forderungen wurden nicht erfüllt. Arm war er dennoch nicht.


Tod in Valladolid

Am 20. Mai 1506 stirbt Christoph Kolumbus in Valladolid im Alter von etwa 55 Jahren. Zunächst wird der Entdecker in Sevilla begraben, sein Sohn Diego lässt den Leichnam 1542 nach Santo Domingo überführen. Ruhe ist ihm da nicht vergönnt, nach dem die Franzosen die Insel besetzen, werden seine mutmaßlichen Gebeine zunächst nach Kuba gebracht, nach dem 1898 Spanien auch diese Kolonie verloren geht, folgt die Rückkehr nach Sevilla.


Von Amerika weiß der Entdecker nichts

Bis zu seinem Tod im Jahre 1506 war Christop Kolumbus der Meinung die Westroute nach Indien gefunden zu haben und die Inseln wären dem chinesischen Festland vorgelagert. Indien selbst wollte der Seefahrer nicht erreichen, Las Indias war damals der Begriff für Indien und alle übrigen unbekannte Länder dahinter, eben auch China und Japan. Das eigentlich Ziel von Christoph Kolumbus, wie es dieser in seinem Bordbuch auf der ersten Reise benannte, war Quinsay, die Stadt des Großen Khan auf dem chinesischen Festland.


Der umstrittene Held Christoph Kolumbus

Christoph Kolumbus brachte den Mut auf, in völlig unbekannte Gewässer vorzudringen und eine Expedition mit ungewissen Ausgang zu beginnen. Dabei entdeckte er zahlreiche Inseln und betrat auch den amerikanischen Kontinent. Dennoch werden die Taten und Leistungen von Christoph Kolumbus heute höchst unterschiedlich bewertet und kontrovers diskutiert. Schon Kolumbus kämpfte gegen die einheimische Bevölkerung, von seiner Reise brachte er, gegen den Befehl des Königspaars, Sklaven mit. Und während Isabella und Ferdinand noch gegen eine Versklavung waren und auf neue Christen hofften, begann mit der Entdeckung der Neuen Welt eine Unterdrückung der neuen Bevölkerung, die der Dominikanermönch Bartolomé de Las Casas, der zwischen 1512 und 1547 in Spanisch-Amerika lebte, mit Massenmord, Verbrennungen, Vergewaltigungen und Zerstückelungen beschrieb. Und selbst wenn die Spanier und die ihnen nachfolgenden Eroberern friedlich und zivilisiert vorgegangen wären. Mit den Europäern kamen Krankheiten in die Neue Welt, die zu einer demografischen Katastrophe in dieser führten. Es wird geschätzt, dass zum Zeitpunkt der ersten Reise zwischen 400.000 bis eine Millionen Menschen auf Hispaiola lebten. 1504 waren es nur noch 100.000, 1514 wohl nur noch 22.000 und Bartolomé de Las Casas berichtete von kaum noch 200 Ureinwohnern der Insel die am Leben waren.


Die Westroute nach Indien und zu den Gewürzinseln

Die Westroute nach Indien und zu den Gewürzinseln wurde dann Jahre nach dem Tod von Christoph Kolumbus gefunden. 1519 lief in Sevilla die Flotte von Ferdinand Magellan aus, dieser wollte um den amerikanischen Kontinent herum eine Durchfahrt in den Pazifik finden. Über die Kanarischen Inseln und Kapverden nahm Magellan Kurs auf Brasilien und wieter in Richtung Süden. Im Januar 1520 wurde die Bucht von Rio de Janeiro erreicht, dann die Küste weiter Süden erkundet. Am 28. November 1520 gelangte die Magellan-Flotte dann in den Pazifik. Es dauerte drei Monate und 20 Tagen, bis dann die Gewürzinseln erreicht wurden, statt wie von Magellan gehofft höchstens einen Monat. Bei einer Schlacht auf Mactan 1521 stirbt Ferdinand Magellan, die erste Weltumsegelung wird vom Spanier JuanSebastián Elcano beendet. Erst im September 1522 erreicht der Rest der Flotte wieder Spanien. Nur 18 Männer kehren zurück. Die erste Weltumsegelung hatte zwei Jahre, elf Monate und zwei Wochen gedauert.

 

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