Seeweg nach Indien

Bis der Seeweg nach Indien entdeckt wurde gelangten Gewürze über Karawanenwege und den Vorderen Orient nach Europa. Gewürze waren begehrt aber durch die Monopolstellung und den Zwischenhandel teuer.

Gewürze waren in Europa sehr beliebt. Einmal zum würzen von Speisen aber auch zum Konservieren und auch als Arzneimittel. Gewürze kamen von den Gewürzinseln Hinterindiens (Molukken) bis zur Entdeckung des Seeweges nach Indien über den Vorderen Orient. Die Karawanenwege durch Asien aber auch die Seewege über den Indischen Ozean und das Rote Meer wurden dabei von islamischen Herrschern kontrolliert. Gewürze waren teuer, in Europa war man abhängig davon, dass der Zwischenhandel funktionierte. An diesem waren neben indischen, persischen, arabischen und türkischen Kaufleuten auch Kaufleute aus Venedig beteiligt. Hohe Zölle, die im Osmanischen Reich auf Gewürze erhoben wurden, verteuerte das begehrte Gut zusätzlich.

 

Ziel war es Pfeffer, Gewürznelken, Muskat und Zimt direkt zum importieren.

 

Und so wurde nach einem direkten Seeweg zu den Gewürzinseln gesucht. Der direkte Handel mit Asien versprach schließlich hohe Profite.

 

Erste Suche nach einem Seeweg nach Indien

Die Brüder de Vivaldo aus Genua unternahmen im 13. Jahrhundert den ersten Versuch einen Seeweg nach Indien zu finden. Die erste Expedition von Ugolino de Vivaldo und seinem Bruder Guido oder Vadino de Vivaldo) startete im Mai 1291 vom Hafen von Genua aus mit zwei Galeeren und 30 Mann Besatzung. Ziel war es Indien über den Atlantik zu erreichen und nützliche Handelsgüter heimzubringen. Die beiden Galeeren segelten entlang der Küste von Marokko. Zuletzt wurde die Vivaldo Expedition am Kap Nun gesichtet, danach verliert sich ihre Spur. Portugiesische Seefahrer werden erst 1416 das Kap Nun erneut umrunden.

 

Der Seeweg nach Indien um Afrika

Der portugiesische Prinz Heinrich der Seefahrer (1394-1460) wurde zum bedeutendsten Auftraggeber und Förderer der Suche eines Seewegs nach Indien. Er leitete die Entdeckungsfahrten entlang der westafrikanischen Küste ein. Zugleich bedeuteten diese ersten Entdeckungsfahrten den Beginn der europäischen Expansion und den Aufstieg Portugals zur See- und Kolonialmacht. Bis zu seinem Tod im Jahre 1460 haben die Portugiesen die afrikanische Küste bis etwa dem heutigen Sierra Leone erkundet.

 

Es sollte aber bis 1487/88 dauern, bis die Umsegelung der Südspitze Afrikas gelingt. König Johann II. Von Portugal hatte Bartolomeu Dias 1486 den streng geheimen Auftrag gegeben, an den Ergebnissen der alten Entdeckungsfahrten anzuknüpfen und die Südspitze des afrikanischen Kontinentes zu finden, diese zu umsegeln und wenn möglich bis nach Indien vorzustoßen. Im Sommer 1487 stach Bartolomeu Dias dann in See. 1487/88 umsegelt dieser mit seiner kleinen Flotte das Kap der guten Hoffnung, dass der Portugiese allerdings Cabo Tormentoso (Sturmkap) nannte. Erst König Johann wird das Kap umbenennen, in Hoffnung darauf, endlich die lang gesuchte Route nach Indien zu finden. Ende Dezember 1488 erreicht Bartolomeu Diaz wieder Lissabon.

 

1497 wird allerdings nicht Dias sonder Vasco da Gama von König Manuel I. beauftragt, die Mission abzuschließen. Vasco da Gama erreichte am 20. Mai 1498 Calicut (heute Kozhikode) an der Malabarküste, einer Handelsstadt in Indien an der Küste des Arabischen Meeres. Zum ersten Mal hatte ein europäisches Schiff Indien auf dem Seeweg um Afrika herum erreicht. Am 8. Oktober 1498 tritt Vasco da Gama vollbeladen mit kostbaren Gewürzen die Rückreise nach Portugal an. Im Juli 1499 trifft die Flotte dort ein.

 

Folgen der Entdeckung des direkten Seewegs nach Indien

Nach dem das Monopol der Kaufleute aus Indien, Persien, Arabien und Venedig gebrochen war, wurden Gewürze in Europa erschwinglicher. Nachfrage und auch Angebot stiegen. Die Entdeckung und Erschließung des wirtschaftlich günstigeren Seeweges ließ allerdings den Asienhandel auf den alten Überlandrouten wie der Seidenstraße und der Weihrauchstraße stark zurückgehen. Portugal und Spanien stiegen zur Weltmacht auf.